Gemeinsam für mehr Klima- und Ressourcenschutz im ländlichen Raum
LEADER-Regionen aus Baden-Württemberg zu Gast in der Region Mittleres Oberschwaben
Wie kann der Klima- und Ressourcenschutz im ländlichen Raum erfolgreich gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Arbeitsgemeinschaft „Gemeinsam für mehr Klima- und Ressourcenschutz“ der LEADER-Regionen in Baden-Württemberg. Kürzlich trafen sich die Vertreterinnen und Vertreter der jeweiligen LEADER-Regionalmanagements in der LEADER-Region Mittleres Oberschwaben zum fachlichen Austausch. Im Vordergrund standen die Themen Klimaschutz, Klimaanpassung und Ressourcenschutz. Gemeinsam wurden Erfahrungen geteilt, Ideen entwickelt und erfolgreiche Ansätze aus den Regionen diskutiert.
Nach einem intensiven fachlichen Austausch standen zwei innovative Projekte der Region auf dem Programm. Erste Station war die über LEADER geförderte Bauschuttsortieranlage der Firma Heydt in Aulendorf. Als erste Anlage dieser Art in Deutschland setzt sie auf künstliche Intelligenz zur automatisierten Sortierung von Bauschutt. Mithilfe intelligenter Kameratechnik werden verschiedene Materialien wie Ziegel, Beton, Gips, Holz oder Kunststoff erkannt und getrennt. So können wertvolle Rohstoffe aus dem Bauschutt zurückgewonnen und ressourcenschonend wieder verwendet werden. Zum Beispiel finden die, auf die-se Weise recycelten Ziegelsteine, erneut Verwendung in der Bauindustrie oder im Garten- und Landschaftsbau, wo sie als Wasser- und Wärmespeicher eingesetzt werden. Mit dieser Anlage leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zu effizienteren Recyclingprozessen und mehr Nachhaltigkeit im Bauwesen.
Im Anschluss besuchten die Teilnehmenden den NaturThemenPark in Bad Saulgau. Thomas Lehenherr, langjähriger Umweltbeauftragter der Stadt, stellte dort das kommunale Biodiversitätskonzept vor, wofür die Stadt viele nationale und internationale Auszeichnungen erhalten hat – u.a. den Titel „Landeshauptstadt der Biodiversität“. Im Mittelpunkt der anschließenden Führung stand dann die praxisorientierte Umsetzung des Konzeptes. Herr Lehenherr erläuterte verschiedene Maßnahmen und Projekte, darunter die Naturlehrpfade, Gewässer-Renaturierungen und Biotopanlagen.
Bei einem Rundgang durch den NaturThemenPark konnten sich die Teilnehmenden dann selbst ein Bild von den umgesetzten und teils über LEADER geförderten Maßnahmen machen. Besonders eindrücklich dabei war beispielsweise, wie der Biber in bestimmten Bereichen Lebensräume zurückerobert und damit natürliche Entwicklungsprozesse sowie Renaturierungsmaßnahmen unterstützt. Mit Hilfe ihres Biodiversitätskonzepts ist es der Stadt Bad Saulgau gelungen, insgesamt rund 100 Hektar artenarme Grünflächen in ökologisch wertvolle und artenreiche Lebensräume umzuwandeln. Bundesweit wurde das Konzept bereits von rund 300 Kommunen in Teilen oder ganz übernommen.
Das Treffen und die Praxisbeispiele machen deutlich, wie wertvoll der Austausch zwischen den LEADER-Regionen ist. Die Projekte liefern wichtige Impulse und tragen dazu bei, den Klima- und Ressourcenschutz im ländlichen Raum gemeinsam weiterzuentwickeln.
Ein besonderer Dank gilt dem Regionalmanagement der LEADER-Region Mittleres Oberschwaben für die Organisation und die spannenden Einblicke in die Klima- und Umweltprojekte in der Region.
